Bayerisches Nationalmuseum: Neue Kunst trifft alte Kunst. Zeitgenössische Interventionen von Künstler*innen der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft im Kontext historischer Exponate. Vom 24. Juli bis 15. November 2026.
Teilnehmende Künstler*innen: Eike Berg, Nicole Frenzel, Anna Frydman, Baldur Geipel, Patricija Gilyte, Esther Glück, Monika Humm, Martin Kargruber, Manfred Mayerle, Elisabeth Mehrl, Daisuke Ogura, Christine Ott, Olaf Probst, Ulrike Prusseit, Maria Rucker, Eva Ruhland, Frauke Sohn, Rose Stach, Thomas Sterna, Kiki Stickl, Cosima Strähhuber, Susanne Thiemann, Gotlind Timmermanns, Felix Weinold, Andreas Zingerle.
Begleitprogramm
Art Talk: Führung mit Künstler*innen der NM durch die Ausstellung, Donnerstags und Sonntags
226.07. 11:30 Uhr: Dr. Antje Günther mit Susanne Thiemann
30.07. 18:30 Uhr: Prof. Dr. Andreas Kühne mit Manfred Mayerle
02.08. 11:30 Uhr: Kiki Stickl
09.08. 11:30 Uhr: Dr. Antje Günther
13.08. 18:30 Uhr: Dr. Antje Günther
20.08. 18:30 Uhr: Kiki Stickl
06.09. 11:30 Uhr: Elisabeth Mehrl
10.09. 18:30 Uhr: Eike Berg
13.09. 11:30 Uhr: Eike Berg
20.09. 11:30 Uhr: Esther Glück
27.09. 11:30 Uhr: Esther Glück
01.10. 18:30 Uhr: Kiki Stickl
04.10. 11:30 Uhr: Olaf Probst
08.10. 18:30 Uhr: Olaf Probst
11.10. 11:30 Uhr: Olaf Probst
15.10. 18:30 Uhr: Elisabeth Mehrl
Midissage: Katalogvorstellung & Performance
24.09. 18:30 Uhr: Die ausstellungsbegleitende Publikation wird im Gespräch mit Mitgliedern der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft vorgestellt. Begleitet wird die Veranstaltung von der Performance „Selbst als rechter Populist – eine Dehnung“ des Künstlers Thomas Sterna.
Gemäldegalerie Dachau: Zeitgenössische Reaktionen auf die Werke der Künstlerkolonie Dachau. Interventionelle Arbeiten von Künstler*innen der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft. Vom 23. Oktober 2026 bis 4. April 2027
Regierung von Oberbayern: Ein Ausstellungsprojekt der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft im historischen Treppenhaus.
Vom 30. Oktober 2026 bis 29. Januar 2027.
Wir freuen uns, dass unser Mitglied Esther Glück dieses Jahr zusammen mit Heribert Heindl den Seerosenpreis gewonnen hat und gratulieren ganz herzlich! Die Preisverleihung findet am 06. August 2026 im Kunstpavillon, Alter Botanischer Garten in München, statt.
Am 03.07.2025 ist unsere Präsidentin Eva Ruhland überraschend nach kurzer schwerer Krankheit in einer Bad Tölzer Klinik gestorben.
Sie war eine Instanz in der bayerischen und vor allem auch der Münchner Kunstszene. Unbeirrt und kollegial setzte sie sich für Kunst und Künstler*innen ein und war in mehreren Gremien tätig. Sie wandelte als Präsidentin des „Künstlerverbund im Haus der Kunst München“ die „Große Kunstausstellung“ in die „Biennale der Künstler“ um und realisierte diese 1. Biennale („Vanity Flair“) mit großem Erfolg. So trug sie durch ihr Engagement maßgeblich am Verbleiben der „Secession“, der „Neuen Gruppe“ und der „Neuen Münchner Künstlergenossenschaft“, sowie an der Weiterführung der Zusammenarbeit in Form von Ausstellungen und der Biennale in diesem Haus bei. Sie widmete ihr Leben der Unterstützung von anderen.
Wir trauern um unsere Präsidentin. Der Tod von Eva hinterlässt über das Professionelle hinaus eine große Lücke.
Zum Gedenken an Eva Ruhland (1961-2025)
„Warmherzig“, „Inspirierend“ und „Empathisch“ waren die Epitheta, die immer wieder genannt wurden, wenn zu ihren Lebzeiten von Eva Ruhland die Rede war. Es ist keineswegs übertrieben, sie als eine Instanz in der bayerischen und insbesondere der Münchner Kunstszene zu bezeichnen. Geboren wurde Eva Maria Ruhland am 31. März 1961 - im Sternzeichen des Widders - im bayerischen Voralpenland in Bad Tölz. Nach einem sehr erfolgreichen Besuch des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums in ihrer Heimatstadt, dem sie sich auch späterhin verbunden fühlte, führten sie ihre vielfältigen künstlerischen und literarischen Interessen zum Studium nach München an die Ludwig-Maximilians-Universität. Germanistik, Philosophie und Kunsterziehung standen auf ihrem Studienprogramm, das sie 1986 mit dem Staatsexamen abschloss. Doch schon während dieser Zeit zeigte sich, dass sie die Bildende Kunst als eine Berufung spürte und lebte, die über den pädagogischen Rahmen hinausging. So war es nur folgerichtig, dass sich ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München anschloss. Helmut Sturm und Gerd Winner waren dort ihre Lehrer, zwei Künstler, die stilistisch weit auseinander liegen, die sich aber andererseits durch ihre künstlerische Haltung und große Ernsthaftigkeit ähneln. 1991 erwarb sie als Meisterschülerin von Gerd Winner das Akademiediplom und absolvierte gleichzeitig das kunstpädagogische Staatsexamen für die gymnasiale Oberstufe. Abgesehen von mehreren akademischen Lehraufträgen hat sie aber, ungeachtet ihrer pädagogischen Begabung, nie an einer Schule gelehrt. Zu groß waren ihr eigener künstlerischer Schaffensdrang und ihre Neugier auf die sich noch im Frühstadium ihrer Entwicklung befindlichen Neuen Medien. Teilweise autodidaktisch - learning by doing - eignete sie sich die dafür erforderlichen Techniken und Fertigkeiten an. Ihre Homepage gewährt einen kleinen Einblick, dass sie auch eine begabte Zeichnerin, Aquarellistin und Druckgrafikerin war, aber für die Neuen Medien, die Film- und Videokunst begeisterte sie sich. Eine Leidenschaft, die wohl auch daher rührte, dass sie schon in ihrer Jugend ein begeisterter Filmfan war. Von Alfred Hitchcock bis zu Andrej Tarkowskij reichten ihre filmischen Vorlieben. Eva Ruhlands eigene Videoinstallationen und Fotografien erschließen sich selten auf den ersten Blick. Sie sind vielschichtig und heterogen und besitzen häufig eine philosophische, existentialistische Ebene. Videoarbeiten wie „Das Fibonacci-Prinzip“ (2009), „Über alle Berge“ (2016) und „Territorien“ (2017) bleiben in Erinnerung. Ihre Fotoserien „Home, sweet home“ (2009 und 2017) sind verstörend und faszinierend zugleich.
Die Liste von Eva Ruhlands Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen ist lang. Sie aufzuzählen ist hier nicht der richtige Ort. Häufig waren sie verbunden mit ihrer Tätigkeit als Präsidentin der „Neuen Münchner Künstlergenossenschaft“, ein Amt, in das sie 2011 gewählt wurde, das sie nicht angestrebt, aber von Anfang an mit großem Engagement ausgefüllt hat. Mindestens ebenso wichtig ist es zu erwähnen, dass sie die altehrwürdige Tradition der „Großen Kunstausstellung“ im Münchner Haus der Kunst, deren Existenz seit 2010 massiv bedroht war, insofern gerettet hat, als sie diese durch die Mitbegründung des „Künstlerverbundes im Haus der Kunst München“ in die Institution der „Biennale“ im Haus der Kunst überführen konnte. Die 1. Biennale organisierte und kuratierte sie 2013 (gemeinsam mit Pavel Żelechovsky) unter dem Motto „Vanity Flair“. So trug sie durch ihr Engagement und ihr Pflichtbewusstsein - eine Eigenschaft, die selten geworden ist - maßgeblich zum Verbleib der „Secession“, der „Neuen Gruppe“ und der „Neuen Münchner Künstlergenossenschaft“ in diesem Haus bei.
Der gleich mehrfache Spagat, ihren eigenen künstlerischen Ansprüchen gerecht werden zu wollen, ihr unermüdlicher Einsatz für die Interessen ihrer Künstlerkolleg*innen sowie ihre freiberufliche Tätigkeit als Grafikerin in einer Werbeagentur zehrten an ihrer Lebenskraft, ohne dass sie ihren Optimismus verloren hätte. Sie blieb beflügelt von großen, weitreichenden Plänen, von denen alle, die je mit ihr zusammengearbeitet haben, angesteckt wurden. Und noch am Vorabend ihres Todes wollte sie unbedingt wissen, wieviel „Zeit ihr noch bliebe auf dieser Welt“. Am 3. Juli 2025 ist sie nach kurzer schwerer Krankheit von uns gegangen. Wir, ihre Freunde und Kollegen, werden die Erinnerung an sie als einen inspirierenden, liebevollen Menschen lebendig halten.
Andreas Kühne
